Natura Trail „Rund um Mörfelden-Walldorf - Vom NaturFreunde-Haus zu den Sandtrockenrasen und zurück“

Dies ist nicht nur eine Wanderung oder Radtour durch die schöne Natur. Es ist vielmehr ein Rundweg, der stadtnahe Natur mit der Stadt selbst verbindet. Es geht um stadtnahe Erholung, mitten im Rhein Main Gebiet.

Der Natura Trail liegt in der Verantwortung der NaturFreunde Mörfelden-Walldorf und wurde konzipiert von Alfred Heimsch.

Kurslänge: 12,5 Km; Schwierigkeit: gering; Auf- und Abstieg: 58 m.

Startpunkte:

NaturFreunde-Haus Mörfelden-Walldorf, Am Zeltplatz 6; Bahnhof Mörfelden oder Bahnhof Walldorf

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Kartengrundlagen: Geoinformationen © Outdooractive © GeoBasis-DE / BKG 2016

Die Stadt

Mörfelden-Walldorf liegt in der Untermainebene im Rhein-Main-Gebiet, südlich des Frankfurter Flughafens im Kreis Groß-Gerau, im Dreieck zwischen den südhessischen Großstädten Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden. Die Stadt hat eine Gesamtfläche von 44,16 km² und mehr als 33.000 Einwohner. Die Stadtkerne von Walldorf im Norden und Mörfelden im Süden sind rund 3,8 km voneinander entfernt.

Zwischen beiden Stadtteilen liegt eine unbebaute Freifläche von bis zu 1,5 km, nur unterbrochen durch eine Baum- und eine Gesamtschule. Im Westen hat das Stadtgebiet Anteil an dem ausgedehnten Naturschutzgebiet Mönchbruch. Östlich von Mörfelden, an der A5, liegt mit dem Oberwaldberg (Höhe 145 m), der höchste Punkt im Kreis Groß-Gerau.

Nicht bebaute Flächen werden u.a. land- und forstwirtschaftlich genutzt. Zudem überschneiden sich auf der Gemarkung der Stadt mehrere Natur-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiete.

Eines davon ist das FFH-Gebiet „Sandtrockenrasen zwischen Mörfelden und Walldorf“. Es wurde 2008 als Teil des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 rechtlich gesichert.

Das FFH-Gebiet


umfasst eine Fläche von 101 ha. Es liegt innerhalb der Gemarkung der Stadt zwischen den beiden Ortsteilen. Es wird von der Eisenbahnstrecke Frankfurt–Mannheim durchschnitten und von einer Straßenspange gequert. Grund für die Sicherung des Gebietes als FFH-Gebiet ist das Vorkommen des Lebensraumtyps der „Binnendünen mit offenen Grasflächen“. Dahinter verbergen sich insbesondere die namensgebenden Sandtrockenrasen, die überwiegend aus Silbergrasfluren bestehen. Diese haben nur einen relativ kleinen Flächenanteil, sind aber naturschutzfachlich besonders wertvoll. Beeindruckend ist in den Sommermonaten das farbliche Zusammenspiel von Gräsern und Wiesenpflanzen.
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Sandige Wege im FFH-Gebiet, Foto: Alfred Heimsch 

Als besondere Pflanzenart ist das Zwerggras herauszuheben. Bei den Tierarten ist die Blauflügelige Ödlandschrecke zu erwähnen, die eine Besonderheit unter den Heuschrecken ist. Für diesen Lebensraum typische Schmetterlinge sind der Dunkelbraune Bläuling und der Kleine Perlmutterfalter.

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Blauflügelige Ödlandschrecke

Foto: Holger Gröschl

 

Zwerggras (Mibora minima)

Foto: Robert Flogaus-Faust

Die betreffenden Flächen wurden ursprünglich als Ackerland und als Obstbaumkulturen genutzt. Sie fielen jedoch im Laufe der Jahre mehr und mehr brach. Seltene Lebensgemeinschaften, Tier- und Pflanzenarten drohten zu verschwinden. Das heutige Leitbild für das FFH-Gebiet ist eine reich strukturierte Kultur-landschaft, wie sie sich als Ergebnis des jahrhundertelangen Eingriffs des Menschen darbietet. Diese soll möglichst in ihrer ganzen Vielfältigkeit erhalten werden.

Die vorrangigen Erhaltungsziele für diesen Lebensraumtyp sind
  • die Erhaltung des Offenlandcharakters der Standorte
  • die Erhaltung einer bestandsprägenden, die Nährstoffarmut begünstigenden Bewirtschaftung.
Maßnahmen zum Erreichen der Erhaltungsziele sind die Pflege der Streuobst-bestände sowie die Schafbeweidung und Mahd der Flächen, die seit einigen Jahren in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzverbänden durchgeführt werden.
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Die Schutzgebietspflege wird mit Geldern des Landes Hessen, der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union finanziert.  

Schafbeweidung durch Moorschnucke

Foto: Silke/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Oberwaldberg

Der Gipfel des Oberwaldberges gestattet einen beeindruckenden Rundblick über das Rhein-Main-Gebiet: von den Taunusbergen im Norden über die Skyline von Frankfurt bis zum Odenwald im Süden. Vom zweiten Aussichtspunkt, auf halber Höhe, gibt es einen guten Ausblick auf das FFH-Gebiet, die Ortsteile von Mörfelden-Walldorf und den Flughafen.

Der Berg ist bewachsen mit Weißdorn und Beerensträuchern. Die im Sommer blühenden Stachel- bzw. Wegdisteln locken zahlreiche Insekten an.

Der Berg entstand durch Verfüllung einer ehemaligen Kiesgrube mit Material (Erdaushub) aus dem Frankfurter U-Bahnbau und der weiteren Nutzung als Mülldeponie. Es wurden hauptsächlich Hausmüll, Sperrmüll, Erdaushub und Bauschutt eingelagert. Die Deponie wurde 1991 geschlossen. Anschließend wurde sie mit einer Oberflächenabdeckung versehen und rekultiviert.

Der Oberwaldberg ist an die Regionalparkroute angeschlossen und teilweise für die Bevölkerung zur Nutzung freigegeben.

Das Deponiegas wird aktuell gefasst und verstromt. Das Sickerwasser wird ebenfalls gefasst und gereinigt. Wenn das regelmäßige Monitoring von Wasser und Luft ergibt, dass die ablaufenden biologischen Prozesse in der Deponie zum Erliegen gekommen sind und keine Gefahr einer erheblichen Belastung der Umwelt mehr besteht, kann der Berg aus der Nachsorge entlassen werden. Die technischen Einrichtungen werden möglichst stillgelegt und zurückgebaut. Dann soll der gesamte Berg den Bürgern zur Naherholung zur Verfügung gestellt werden.

Der Oberwaldsee

ist, wie alle Seen in der Region, aus Kiesgruben entstanden. Sande und Kiese in verschiedener Körnung sind die wichtigsten Bodenschätze unseres Raumes. Sie kommen in reiner und gereinigter Form vor. Sie stellen auch einen wichtigen Klärfilter für unser Grundwasser dar.Dort, wo der Abbau nicht mehr lohnt, werden die Seen rekultiviert und dienen, wie der Oberwaldsee und der Anglersee, der Bevölkerung als Natur- und Erholungsraum.   2015-12-07-039
   

Oberwaldsee, Foto: Alfred Heimsch

Der Waldlehrpfad

im Bannwald südlich des Ortsteils „An den Eichen“ beschreibt auf verschiedenen Tafeln den Lebensraum Wald. Es sind Kräuterbeete angelegt, verschiedene Natursteine wurden aufgestellt und es gibt einen kleinen Barfußpfad. An einem Teich und einem Steinhaufen werden die geschaffenen Ökosysteme erklärt.

Bemerkenswert ist auch, dass in dem Lagerschuppen des Forsthauses, der am Lehrpfad liegt, nicht nur Geräte abgestellt sind, sondern sich auch Fledermäuse eingenistet haben.

Die Waldbornquelle

versorgte bis ins 19. Jh. Mörfelden und das Jagdschloss Mönchbruch über Holz- und Tonleitungen mit Trinkwasser. Sie wurde 1918 zugeschüttet und 1978 nach alten Vorlagen und Plänen wiederaufgebaut.Die Felder, durch die der Weg zur Waldbornquelle führt, werden auch heute noch landwirtschaftlich genutzt und im Wechsel Nutzpflanzen angebaut. Die Felder sind durch Baumgruppen und Hecken voneinander getrennt. Außerdem ist der Storchensitz erwähnenswert, der sich ca. 600 m südlich der Quelle befindet und in jedem Jahr von Störchen besetzt wird.  

CIMG4738Waldbornquelle, Foto: Alfred Heimsch

     

Downloads

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Natura Trail Flyer - Rund um Mörfelden-Walldorf1.73 MB
Natura Trail GPX-Daten - Rund um Mörfelden-Walldorf0.04 MB
Natura Trail Wegbeschreibung - Rund_um_Mörfelden-Walldorf0.36 MB